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(164) Expansion

Muawiya II. – ein kurzer Besuch

Auf den wenig vorbildhaften Yazid I. folgte sein Sohn Muawiya II. (etwa 664 bis 684, reg. 683 bis 684), dem allerdings nur ein kurzes Leben und eine noch kürzere Regierungszeit von nur ein paar Wochen beschieden war. Ihm stand mit Abdallah ibn az-Zubair, dem Rebellenführer aus Mekka, ein Konkurrent gegenüber, der eine zunehmend größere Anhängerschar hinter sich versammeln konnte und auch in anderen Reichsteilen, sogar in Syrien, Nachahmer fand. Muawiya II. starb 684 wohl an der Pest.

 

Marwan – ungewollt auf den Thron

Ihm folgte mit Marwan I. (623 bis 685, reg. 684 bis 685) wieder ein Umayyade, der aus der Familienlinie des dritten Kalifen Uthman ibn Affans stammte. Marwan selbst hatte es gar nicht auf diesen Job abgesehen. Er wurde auf dem Weg in den Hedschas, um sich bei Abdallah für Sicherheitsgarantien für seine Leute einzusetzen, abgefangen und überzeugt, dass er aufgrund seiner Abstammung selbst hinreichend Anspruch auf das Kalifenamt hätte. So wurde Marwan von den Provinzfürsten und Heerführern, die noch nicht zu Abdallah übergelaufen waren, auf der Konferenz von al-Dschabiya in Syrien zum Kalifen ausgerufen. Vereinbart wurde, dass nach ihm mit Chalid ibn Yazid (etwa 668 bis 704/709) zunächst ein Sohn von Yazid I. und danach der Umayyade Amr ibn Said, bekannt als al-Aschdaq (gest. 689/690) folgen. Manchmal kommt es aber anders, als man denkt.

 

Nord und Süd verträgt sich nicht 

In dem Konflikt zwischen Abdallah und Marwan unterstützten die südarabischen Stämme eher Abdallah, die Nordaraber kämpften eher auf der Seite Marwans. Der Konflikt zwischen Nordarabern und Südarabern hält in Folge sehr lange an. Auch wenn wir dies im Einzelnen nicht weiter verfolgen werden, könnten wir Ausläufer dieses Konflikts doch beispielsweise in den Kämpfen des umayyadischen Kalifats in al-Andalus wiederfinden.

 

Da beide sich vorwiegend auf syrische Anhänger stützten, als es im Juli 684 östliche von Damaskus zur für Marwan erfolgreichen Schlacht bei Mardsch Rahit kam, wird der Unterschied nicht ganz so groß gewesen sein. Aber zwischen Harburg und Eppendorf liegen manchmal ja auch Welten. 

 

Marwan bekommt keine Zeit

Marwan versucht sich an der Konsolidierung seiner Herrschaft und ging gegen die Aufständischen an den unterschiedlichen Orten vor. So konnte er die Kontrolle über das wichtige Ägypten zurückgewinnen, Abdallah jedoch nicht aus seinen Stellungen am Euphrat vertreiben. Auch Medina blieb ihm feindlich gesinnt. Mehr Zeit blieb ihm nicht, am 7. Mai 685 starb auch er an der Pest.

 

Reichsteilung und kein Gold

Kurz vorher hatte er sein Reich zwischen seinen Söhnen aufgeteilt. Abd al-Malik (644/647 bis 705, reg. 685 bis 705) erhielt Syrien und die Oberherrschaft als Kalif, Abd al-Aziz (gest. 705) als Statthalter Ägypten. Chalid ging leer aus, Marwan hatte in ihm nicht den starken politischen Führer gesehen, den das Reich in der aktuellen kritischen Situation benötigte. Ob Chalid dann wirklich zum Alchemisten wurde, wie erzählt wird, wissen wir nicht. Es tut auch nicht weh, wenn wir es offenlassen, da ihm das Geheimnis der Goldgewinnung leider nicht offenbart wurde.

 

Nun war der vierzigjährige Abd al-Malik Kalif. Er machte zunächst vor allem durch seine goldenen Zähne und seinen schrecklichen Mundgeruch von sich reden. Wir fühlen mit seinen acht Frauen, von denen er mindestens 19 Kinder, darunter 16 Söhne, hatte. Er blieb bis zu seinem Tod im Jahr 705 Kalif, also deutlich länger als seine beiden Vorgänger.

 

Abd al-Malik hat viel zu tun

Zu Beginn seiner Herrschaft fand er sich wie gesehen im Krieg mit den Anhängern Abdallahs, die den Hedschas und den Südosten Persiens in ihrer Gewalt hatten. Daneben waren noch die Charidschiten in Zentral- und Ostarabien sowie auf der gegenüberliegenden Seite des Persischen Golfes ein Problem. Hinzu kamen nicht zuletzt die Anhänger der Bewegung von al-Muchtar ibn Abi Ubaid (um 622 bis 687), die im Irak und Westiran die Kontrolle hatten. Abd al-Malik blieb Syrien und das unter der Herrschaft seines Bruders Abd al-Aziz stehende Ägypten.

 

Muchtar führt die Aliden

Muchtar war Anführer eines pro-alidischen Aufstands, der sich auch gegen Abdallah richtete. Insofern war Abd al-Malik ihm zunächst vielleicht sogar dankbar. Die Feinde meiner Feinde sind meine Freunde. Doch so war es nicht.

 

Die Aliden waren ja erklärte Gegner der Umayyaden und hatten nun mit Muchtar einen willensstarken und erfahrenen Anführer. Kernpunkt seiner Herrschaft war Alis alte Hauptstadt Kufa, wo er nicht nur auf die zugewanderte arabische Bevölkerung, sondern auch auf die zum Islam übergetretenen Einheimischen setzte. Diese wurden Mawali genannt, da sie unter dem Schutz, arabisch wala, der Araber standen. Das war nicht unumstritten. Viele Araber sahen darin eine Bevorzugung und fürchteten um ihre Privilegien. Muchtar konnte eine entsprechende Revolte jedoch niederschlagen.

 

686 schlug er die Umayyaden im Nordirak, eine Ausweitung seines Herrschaftsgebietes nach Süden misslang jedoch. Sein Tod am 3. April 687 beendete diese Episode. Abdallahs Bruder Musab ibn az-Zubair (gest. 691) hatte Muchtars Truppen bereits zweimal schlagen können, nach dem Tod des Anführers fiel dessen Herrschaftsgebiet, der Irak, wieder an Abdallah. Wichtig an diesen Geschehnissen ist, dass zum ersten Mal die nicht-arabischen Muslime eine aktive Rolle spielten. Diese Thematik sollte noch zum Problem werden.

 

Und noch mehr Probleme

Abdallah und Muchtar war nicht die einzigen Herausforderungen für Abd al-Malik. 685/686 und 688 bis 690 flammte die Pest wieder auf, dazwischen 686/687 kam es zu Hungersnöten. Die Byzantiner wollten diese Phase von Zerwürfnissen ausnutzen, die durch die Revolte eines Cousins des Kalifen noch verstärkt wurde. Während Abd al-Malik im Sommer 689 den Irak zurückerobern wollte, putschte Amr ibn Said al-Aschdaq im heimatlichen Damaskus. So dauerte es einige Zeit, bis Abd al-Malik richtig Erde unter die Füße bekam.

 

Siege und Erfolge

Ab 690 ging es für ihn aufwärts. Mit Byzanz wurde Frieden geschlossen, al-Aschdaqs Revolte niedergeschlagen, der Anführer tot, die verbliebenen Anhänger Muchtars, die sich in Nisibis verschanzt hatten, erst belagert und dann zum Seitenwechsel überzeugt. Im Oktober 691 wurde der Irak erobert, der von Abdallahs Bruder regiert worden war. Nach diesen Erfolgen konnte eine Armee des Kalifen auch im Süden gegen Abdallah vorgehen. Mekka wurde erstürmt, Abdallah am 4. Oktober 692 getötet. Alle Gegner waren besiegt, das Kalifat der Umayyaden hatte seine Herrschaft gesichert.

 

Abd al-Malik hatte seine Dynastie aus einer schwierigen, von mehreren Seiten bedrohlichen Situation befreien können. Wir sollten ihn aber auch aus einem anderen Grund nicht vergessen. Er sorgte durch eine Reihe von Maßnahmen für eine starke Verankerung des Islam im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben. Am bekanntesten ist der Bau des Felsendoms in Jerusalem, den er 691 beauftragte, und mit dem er die dort stehende christliche Grabeskirche, die die orthodoxen Christen etwas optimistischer Auferstehungskirche nennen, übertrumpfen wollte.

 

Er revolutionierte auch das Münzsystem, indem er ab 696 die im Umlauf befindlichen byzantinischen und persischen Münzen durch arabisch-islamische ersetzte. Ab etwa 700 wurden auch in der Verwaltung, zumindest auf den höheren Ebenen, die Christen, die man aus dem Byzantinischen Reich übernommen hatte, durch Muslime ersetzt. Die Bedeutung seiner Maßnahmen ist aus heutiger Sicht schwer einzuschätzen, er war aber auf jeden Fall ein Kalif, der für eine Stärkung des Islams in seinem Reich stand und dies mit konkreten, lange nachwirkenden Maßnahmen auch untermauerte.

 

Aus der Stärke der gefestigten umayyadischen Herrschaft und in dem Bewusstsein der Bedeutung des Islams konnte Abd al-Malik auch die arabische Expansionspolitik wieder aufnehmen. Unter den Feldherren Uqba ibn Nafi (622 bis 683), der um 670 in der Nähe des alten Karthago die Stadt Kairouan als zentralen Stützpunkt gründete und Musa ibn Nusair (640 bis 715/716) wurde Afrika bis hin zum Maghreb erobert. 709 war jeglicher Widerstand der Berber überwunden. Bei Abd al-Maliks Tod am 4. Oktober 705 stand das Umayyaden-Kalifat also weitgehend unbedrängt da und sozusagen »auf Sieg«.

 

Abd al-Maliks Nachfolger – Vier Söhne und ein Neffe 

Von den 16 Söhnen Abd al-Maliks folgten ihm vier als Kalifen nach. In diese Reihe mischte sich mit Umar ibn Abd al-Aziz (um 680 bis 720, reg. 717 bis 720) noch ein Neffe. Vor ihm regierten al-Walid I. und Suleiman und nach ihm Yazid II. und Hischam (691 bis 743, reg. 724 bis 743).

 

In diesen knapp vierzig Jahren passierte einiges. Abd al-Malik hatte viele Statthalterposten mit Familienmitgliedern oder Vertrauten besetzt, auf die sich auch seine Söhne als Nachfolger stützen konnten. So ging die Expansion weiter.

 

Auf nach Spanien

711 begann mit einem Plünderungszug die Eroberung des Westgotenreiches in Spanien, die in Südfrankreich endete. General Musa wollte, nachdem er von Zwistigkeiten unter den Westgoten nach dem Tod König Witizas (gest. 710, reg. 702 bis 710) gehört hatte, seine Fühler nach Spanien ausstrecken. 710 wurde eine erste Landung versucht. Da diese problemlos verlief, setzte 711 der Feldherr Tariq ibn Ziyad (um 660 bis 720) mit 7000 Berbern nach Gibraltar über. Für diesen Felsen wurde er der Namenspatron, aus Dschabal Tariq wurde lautmalerisch dann Gibraltar. Am 19. Juli 711 wurden, wir erinnern uns dunkel, die Westgoten unter ihrem König Roderich am Guadalete in der Nähe von Arcos de la Frontera vernichtend geschlagen. Kurz darauf fiel mit Toledo ihre Hauptstadt.

 

al-Andalus

712 folgte Musa ibn Nusair seinem Kollegen mit 18.000 Mann, jetzt überwiegend Araber. Carmona und Sevilla wurden genommen, Mérida 713 und Saragossa 714. Dann stockte der weitere Vormarsch, der nach Septimanien, also Südfrankreich, gehen sollte. Beide Feldherren wurden jedoch vom Kalifen al-Walid I. nach Damaskus zurückbeordert. Vielleicht hatte der Sorge, dass in den weit entfernten westlichen Provinzen unliebsame Konkurrenz erstarken könnte. Vielleicht wollte er seine Freunde auch einfach nur mal wiedersehen. Musa ließ seinen Sohn Abd al-Aziz ibn Musa (gest. 716), der zuvor mit dem westgotischen Grafen Teudemir (gest. 743), der im Südosten die Region um Murcia regierte, einen Verhandlungsfrieden geschlossen hatte, in Spanien zurück. Al-Aziz richtete sich ein, heiratete mit Egil (um 710) die Witwe des letzten westgotischen Königs Roderich und reüssierte so als erster Statthalter der Umayyaden in al-Andalus.

 

Barcelona und Narbonne fielen 720 in muslimische Hand. Im Jahr 721 gab es bei Toulouse eine Niederlage gegen den aquitanischen Fürsten Eudo (gest. 735). Im Oktober 732 konnte der fränkische Hausmeier Karl Martell dann in der Schlacht von Tours und Poitiers den umayyadischen Feldherrn Abd ar-Rahman ibn Abdallah Al-Ghafiqi (gest. 732) besiegen und den arabischen Vormarsch stoppen. Der genaue Ort der Schlacht ist nicht bekannt. Er lag vermutlich nahe Vouneuil-sur-Vienne, immerhin etwa 250 Kilometer nördlich von Bordeaux. Welche Bedeutung diese einzelne Schlacht wirklich hatte, können wir nicht abschließend beurteilen. Wahrscheinlich ist schon, dass die Araber klug genug waren, sich auf eine Konsolidierung ihres Herrschaftsgebietes südlich der Pyrenäen zu beschränken und einen größeren Konflikt mit dem erstarkenden Frankenreich zu vermeiden.

 

Expansion im Osten

Im Osten gelang 711 die Eroberung des Indusgebietes und ab 712 die von Transoxanien. Dieses im heutigen Ost-Usbekistan und West-Tadschikistan zu verortende Gebiet, im Arabischen Mawarannahr genannt, hatte schon viele Herrscher gesehen. Alexander der Große war hier unterwegs, später unter den Sassaniden die Perser, die 509 von den Hephthaliten vertrieben wurden. Die Idee der Perser, sich gegen diese mit den Kök-Türken zu verbünden, trug nicht lange. Diese waren letztlich die Stärkeren und ab 556 Herrscher in Transoxanien. Zwischen 657 und 679 konnte das China der Tang-Dynastie Fuß fassen, wurde aber schließlich wieder von den Kök-Türken vertrieben. Und nun kamen die Araber. Dieser Einschub soll uns nur daran erinnern, was wir in der Schnelle, in der wir durch die Geschichte eilen, alles versäumen.

 

Im Westen und Osten gab es also Erfolge. Auch der Kaukasus im Osten konnte in den Jahren 711 bis 713 gegen mehrere chasarische Einfälle gehalten werden. So erreichte das Kalifat unter al-Walid I. seine räumlich größte Ausdehnung. Zudem fand man noch Zeit, in den Jahren 707 bis 715 die Umayyaden-Moschee in Damaskus zu bauen, der größte islamische Sakralbau. Auch der von Abd al-Malik begonnene Bau der al-Aqsa-Moschee in Jerusalem wurde 717 fertiggestellt.

 

Konflikt mit Byzanz

Die Auseinandersetzung mit Byzanz blieb auf der Tagesordnung. Unter Suleiman ibn Abd al-Malik drang man in Kleinasien bis nach Konstantinopel vor, das sich 717/718 einer Belagerung ausgesetzt sah. Suleiman konnte die seinerzeitige, von Meutereien und raschen Herrscherwechseln geprägte Krise des Byzantinischen Reiches nutzen. Da er bereits im Herbst 717 starb, setzte sein Nachfolger und Cousin Umar ibn bd al-Aziz die Belagerung zunächst fort, musste sich aber 718 doch geschlagen geben. Der frisch auf den Thron gelangte Kaiser Leo III. konnte seine Hauptstadt erneut mit Hilfe des griechischen Feuers verteidigen und die Araber zurückschlagen. Da in diesem Krieg auch die arabische Flotte weitgehend zerstört wurde, bedeutete die Niederlage auch das Ende der islamisch-arabischen Expansion im Mittelmeerraum. Konstantinopel 718 und Tours und Poitiers 732 waren bedeutende Wendepunkte in der Geschichte Europas. Wir gönnen uns einen Durchschnaufer.

 

 

 

Ein Neffe

Dass mit Umar ein Neffe und kein weiterer der zahlreichen Söhne Abd al-Maliks als nächster Kalif den Thron bestieg, mag ein wenig verwundern. Er war in Damaskus gemeinsam mit dem Gelehrten Radscha ibn Haiwa (660 bis 730) Berater von Suleiman gewesen und wurde als Suleiman 717 erkrankte von Radscha als Nachfolger vorgeschlagen. Suleiman akzeptierte diese Idee und designierte Umar als künftigen Kalifen.

 

Aufkeimende Widerstände wurden eingehegt, indem der Treueeid nicht allein Umar geschworen wurde, sondern auch dessen künftigen Nachfolgern. Das sollten dann wieder Söhne Abd al-Maliks werden. Lange musste sie nicht warten, da Umar bereits 720 verstarb.

 

Judenfleck und Konversionen

Neben seiner Niederlage vor Konstantinopel blieb Umar auch aufgrund seiner Islamisierungspolitik im Gedächtnis. Juden mussten einen gelben Fleck tragen, öffentliche Kreuze wurden zerstört. Tätigkeiten in Staatsdiensten, also in der Verwaltung konnten in höheren Positionen nur noch durch Muslime wahrgenommen werden. Es wundert nicht, dass sich immer mehr Juden und Christen entschlossen, ihren Glauben zu wechseln und auch Muslim zu werden.

 

Für den Staat hatte das die ungünstige Nebenwirkung, dass die für Nicht-Muslime geltende Kopfsteuer nicht mehr anfiel. Umar behalf sich mit dem Trick, dass er aus der Kopfsteuer eine Bodensteuer machte. Ein einmal veranlagter Boden blieb steuerpflichtig, unabhängig vom religiösen Bekenntnis des Besitzers, was in Teilen Auslöser für ungewollte Wanderungsbewegungen und eine entsprechende Landflucht war. Uns würden auch jetzt weitere Umgehungstatbestände einfallen, aber wir wollen jetzt nicht tiefer über verfängliche Themen wie die Steuermoral diskutieren.

 

Wieder Söhne

Auf Umar folgte wie vereinbart sein Cousin Yazid II., ein weiterer Sohn Abd al-Maliks. Auch dieser sollte nur für eine kurze Zeit, von 720 bis 724, auf dem Kalifenthron sitzen. Viel passierte in diesen vier Jahren nicht, man kappelte sich in Kleinasien immer mal wieder mit Byzanz und musste sich 722 im Kaukasus erneut gegen das jüdische Chasarenreich wehren. Diese Auseinandersetzung sollte noch die nächsten 15 Jahren bis 737 andauern.

 

Yazid starb am 26. Januar 724. Ihm folgte sein Bruder Hischam, der das Glück hatte, etwas länger regieren zu können. So ganz glücklich verlief seine Herrschaft allerdings nicht. Zwar konnten die Chasaren 737 unterworfen werden, die Auseinandersetzung mit Byzanz endete 740 aber mit der Niederlage bei Akroinon. Mit Leo III. stand ein starker Führer auf der anderen Seite.

 

Es wird ungemütlich

Im Inneren wurde es zunehmend unruhig. Hischam hatte die Steuerverwaltung zentralisiert, was bei den Statthaltern in den Regionen eher auf wenig Beifall traf. 725 kam es zu Aufständen der christlichen Kopten in Ägypten, 739 bis 741 im Maghreb und 740 bei den Schiiten im Irak.

 

Die nachhaltigste Gefahr, die letztlich den Sturz der Umayyaden bewirkte, war eine Bewegung, die die These vertrat, dass als Kalif nur Nachkommen des Propheten in Frage kämen. Sie wurden Abbasiden genannt nach al-Abbas ibn Abd al-Muttalib (um 565 bis 653), einem Onkel von Mohammed. Auch wenn die Umayyaden-Kalife viel für die Position der Muslime im Reich getan hatten, wurden sie doch von vielen als zu weltlich angesehen. Die Umayyaden hatten als Angehörige des Stammes der Quraisch ihren Ursprung in der mekkanischen Aristokratie, ihnen fehlte ein wenig das religiöse Flair. Wenn wir uns an Uthman und Muawiya I. erinnern, können wir das gut verstehen. Das nächste Mal erleben wir dann einen Regimewechsel.

 

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Abrufdatum: 25.01.2026

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